Review: Tamron 17-28 F/2.8 Di III RXD

Schon als das Tamron 28-75mm F2.8 auf den Markt kam wurde offensichtlich, dass man der Preisgestaltung von Sony den Kampf ansagen wollte. Mit dem 17-18mm F2.8 ist eine weitere interessante Alternative am Markt verfügbar, die sich aber nicht nur mit Sony alleine messen muss. Im aktuellen Review prüfe ich daher das Weitwinkel-Zoomobjektiv und werde über die Stärken, ebenso wie die Schwächen berichten. Für den Test habe ich mir das Objektiv ausgeliehen, allerdings nicht von Tamron direkt. Daher möchte ich erwähnen, dass Ihr in den folgenden Zeilen meine offene und ehrliche Meinung erfahren könnt.

Lieferumfang

Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Objektiv samt Dokumentation ein Front- und Rückendeckel sowie eine Streulichtblende.

Technisches Angaben

Was hat man nun aber in den Händen? Die Werte zum Objektiv verraten mehr.

  • Brennweiten: 17mm – 28mm
  • Maximale Blendenöffnung: F2.8 (durchgängig)
  • Minimale Blendenöffnung: F22
  • Naheinstellgrenze: 0,19m (Wide); 0,26m (Tele)
  • Anzahl Blendenlamellen: 9
  • Linsenanordnung: 11 Elemente in 13 Gruppen
  • Filtergewinde: 67mm
  • Durchmesser: 73mm
  • Länge: 99mm
  • Gewicht: 420g
  • Mitgeliefertes Zubehör: Front- und Rückendeckel, Streulichtblende
Quelle: Tamron, Youtube

Material, Verarbeitung, Handling

Das Gehäuse ist, wie beim Partner (28-75mm F2.8), aus Kunststoff gefertigt. Die Haptik darf man auch hier nicht bemängeln. Das Äußere liegt gut in der Hand und der Kunststoff ist durchaus als hochwertig zu bezeichnen. Die Konstruktion an sich fällt kompakt aus und erfreulich registriert man das Gewicht von 420g. Da wiegt die Konkurrenz deutlich mehr. Positiv fällt auf, dass man erneut zum 67mm Filtergewinde gegriffen hat. So lassen sich Filter und Frontdeckel untereinander tauschen. Man sieht es den Objektiven an, dass sich das Tamron Weitwinkelzoom in der Nähe des Standardzoom sehr wohl fühlt.
Das 17-28mm besitzt auch eine abnehmbare Streulichtblende, ich erwähne es für den Fall dass der Hinweis auf das Filtergewinde alleine nicht ausreicht. Man kann also mit einem normalen Filterhalter arbeiten (zum Beispiel mit dem Rollei Kit) und muss nicht auf teurere Speziallösungen zurückgreifen.
Betrachtet man die Verarbeitung, dann kann man kaum negatives finden. Alles sitzt so wie es sein sollte, nichts klappert. Wie der große Bruder hat das 17-18mm zwei Einstellringe. Der vordere zur Veränderung der Brennweite, der hintere dient zur Einstellung des manuellen Fokus. Man bleibt dem aufgegriffenen Design treu.
Der Zoom fährt ohne ruckeln vor und zurück, die manuelle Verstellung des Fokus gibt der hintere Einstellring sauber an die Stellmotoren weiter. Auf eine Mechanik wurde verzichtet. Man stellt mit Fokus-by-wire ein, wenn sich das Objektiv im manuellen Fokus befindet. Der Autofokus zeigte sich bei meinem Test erfreulich treffsicher. Der Ausschuss war verschwinden gering. Ebenfalls erfreulich, die Arbeitsgeräusche sind sehr leise. Wer Geräusche hören möchte, der muss mit dem Ohr sehr nahe an das Objektiv heran. Videografen dürfte das besonders freuen. Gegen schlechtere Wetterlagen ist anzumerken, dass 17-28mm F2.8 ist Staub- und Spritzwassergeschützt.

Leider verzichtet Tamron auf einen AF/MF Schalter am Objektiv. Bei einem Weitwinkelzoom etwas, das ich persönlich gerne gehabt hätte. In Sachen Handling leider ein negativer Punkt, der erwähnt werden muss.

Bildqualität

Da ich keine Testbilder anfertige, gebe ich an dieser Stelle zu Protokoll, was mir auffällt, wenn ich die von mir während dem Test angefertigten Bilder betrachte. So kann ich zur Offenblende erwähnen, dass die Ecken nur minimal weicher sind als die Bildmitte, sobald man aber die Blende auch nur um eine Stufe schließt, merkt man davon nichts mehr. Wer hauptsächlich Landschaftsfotos macht, wird hier definitiv zufrieden sein. Fragt man mich nach der optimalen Schärfeleistung, dann würde ich diese zwischen F5.6 und F8 ansiedeln. Leider ist mir während der Testaufnahmen nicht gelungen einen großen Blendenstern in ein Bild zu bannen. Den hätte ich gerne gezeigt. Aber das Licht wollte einfach nicht mitspielen. Dafür kann ich erwähnen, dass mir keine Lensflares in den Gegenlichtaufnahmen aufgefallen sind.

Ebenso darf das 17-28 F2.8 geringe CAs auf der Haben-Seite verbuchen. Doch wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. Kommen wir zu den Punkten, die das Objektiv nicht so gut hinbekommt.

Da wird einem eine Vignettierung auffallen, wenn man sich die RAW-Dateien ansieht. Egal bei welcher Brennweite, sie ist da. Problematisch ist dass nicht. In der Bildbearbeitung lässt sich das leicht korrigieren.
Das Bokeh hat einen sanften Übergang vom scharfen in den unscharfen Bereich und weiß mir da zu gefallen. Die Charakteristik der Hintergrundunschärfe würde ich als typisch für ein Weitwinkelzoom beschreiben. Es mag ein wenig unruhig erscheinen, abhängig vom Hintergrund versteht sich. Allerdings hat es keinen so starken „Altglas-Look“ wie das 28-75mm F2.8.

Kurz angesprochen: Die Konkurrenz

Die Auswahl ist schwer. Greift man tief in die Tasche und gönnt sich das wesentlich weitwinkligere Sigma 14-24mm F2.8 und verzichtet auf eine abnehmbare Streulichtblende (ca. 1448€ Straßenpreis*), schielt man auf das Sony 16-35mm F2.8 G-Master (ca 2319€ Straßenpreis*) oder greift man zum hier beschriebenen Tamron 17-18mm. Das ist die Qual der Wahl. Die Vorzüge auf der mechanischen Seite des Tamrons sind beschrieben, das Sigma lockt durch den größeren Erfassungswinkel am kürzeren Ende, das Sony möchte der König der Bildqualität sein.

Die Konkurrenz hat den AF/MF Umschalter, beide Konkurrenzen haben einen höheren Zoombereich. Das schlägt sich aber vor allem auf das Gewicht und die Kosten nieder. Daher dürfte bei vielen Käufern der Preis ausschlaggebend sein.

*= zum Zeitpunkt des Tests

Fazit und Bewertung

Während dem Test hatte ich ein wenig Bedenken, ob mir die Untergrenze von 17mm Brennweite nicht doch etwas wenig sein würden. Zu sehr hatte ich die Aussage „weniger ist mehr“ im Hinterkopf. Bei meinen MFT-Kameras hatte ich dann ein 15mm äquivalentes Objektiv zum Vergleich herangezogen um zumindest eine Ahnung vom Unterschied sehen zu können. Man merkt ihn, aber im Nachhinein betrachtet nicht so sehr, wie anfangs befürchtet. Das aber nur am Rande.

Sieht man vom fehlenden AF/MF Umschalter ab, hatte ich mit dem Tamron 17-28mm F2.8 sehr viel Spaß während dem Test und ich konnte das auch an meinen Bilder sehen. Dank dem geringen Mindestfokussierabstand, konnte man sich kreativ austoben und ungewohnte Bildideen umsetzen. Landschaftsaufnahmen wirkten satt und kräftig in den Farben, die Details waren klar erkennbar. Die Kamera hatte ich während des 2 Stunden andauernden Testparcours kaum aus der Hand gelegt. Kein Wunder, ist die Kombination aus a7II und Tamron 17-28mm wirklich kein Schwergewicht.

In Sachen Preis/Leistung hat das Tamron definitiv die Nase vorn. Daher würde ich, ganz im Stile des großen Online-Versandhändlers 4,5 von 5 Sternen als Bewertung abgeben. Einen Stern Abzug für den fehlenden Umschalter, der zur Hälfte wieder wettgemacht wird, dadurch dass das Objektiv ein richtiges Filtergewinde hat. Alles in allem überzeugt das Gesamtpaket einfach und daher kann ich guten Gewissens eine Kaufempfehlung aussprechen.

Weiterführende Links

Bildergalerie der Testaufnahmen

Abschließend möchte ich noch die Aufnahmen zeigen, welche mit der a7II und dem Tamron gemacht wurden. Da viel Architektur mit dabei ist, wurden manche Aufnahmen perspektivisch korrigiert. Daher der Hinweis, dass die Bilder mit Lightroom nachbearbeitet wurden und keine SOOC-Ergebnisse darstellen. Vielmehr zeigen sie, welche Möglichkeiten mit dem 17-28mm F2.8 ausgeschöpft werden können.

Merkosh

Als leidenschaftlicher Technik-Nerd berichtet Merkosh gerne über seinen fotografischen Alltag, schreibt Reviews und macht mit der Kamera sein Umfeld unsicher.

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