Review: Quenox Tilt-Adapter

Ein neuer Adapter für alte Objektive ist eingetroffen und wurde gleich einer genaueren Prüfung unterzogen. Die Rede ist vom Quenox Tilt-Adapter für Minolta SR Objektive auf eine MFT-Kamera. Damit wird z.B aus einem 28mm Minolta Rokkor MD/MC ein Tilt-Objektiv.

Wer noch nie etwas von einem Tilt-Objektiv gehört hat, dem sei kurz erklärt das bei diesen Objektiven die sogenannte Scheimpflugsche Regel genutzt wird. Kurz erklärt, man kann mit diesem Adapter (wie auf dem Titelbild zu sehen) die optische Achse des Objektivs kippen (englisch: tilt) und damit die Schärfeebene verändern. Genaueres verrät der verlinkte Artikel der Wikipedia.
Ein weiterer Effekt ist die vermeintliche Miniaturisierung normaler Dinge. So wirken zum Beispiel normale Autos wie Spielzeuge in einer Modelllandschaft.

Der Adapter ist so gebaut dass sich mein altes Minolta Rokkor PG 50mm F1.4 und das Minolta Rokkor 28mm F2.8 an meine Olympus E-M1II adaptieren lassen.

Lieferumfang

Im Kaufpreis ist der reine Adapter enthalten. Es werden keine Rückendeckel oder Frontdeckel mitgeliefert. Da keinerlei optischen Elemente verbaut sind, ist das nicht weiter tragisch. Es ist mir zudem kein Adapter bekannt, bei dem dies anders wäre. Ich kann also getrost von einem normalen Lieferumfang sprechen.

Verarbeitungsqualität

Der Adapter ist in schwarz gehalten. Die Skala, welche die Stufe der Neigung angibt, ist aufgeklebt. Die Neigungsstufe selbst ist in den Stufen von 1 bis 8 gerastert. Damit man die Achse nicht nur horizontal kippen kann, lässt sich das Objektiv im Adapter um die eigene Achste drehen. So lässt sich die Schärfeebene vertikal und diagonal neigen.
Das positive daran ist, man hat eine garantierte Nullstellung. So lässt der Quenox sich auch als ganz normaler Adapter für Minolta SR Objektive an MFT nutzen. Ein Fokus auf Unendlich ist in der Nullstellung möglich.
Negativ aufgestoßen ist mir der Aufkleber für die Neigungsstufen. Ich kenne mich und weiß das dieser Aufkleber irgendwann abgehen und das zeitliche segnen wird. Hier wäre eine Gravur die bessere Lösung seitens des Herstellers gewesen.

Zudem hatte ich nach dem Auspacken das Gefühl, dass der Adapter nicht sauber gearbeitet ist. Er lies sich nicht richtig in der Kamera arretieren. Der Verriegelungsstift der Objektivhalterung blieb gedrückt und dadurch bleibt die Bildanzeige dunkel. Ursache war eine kleine Schraube am Objektivgewinde. Ich musste sie mit einem kleinen Schraubendreher entfernen. Danach passte der Adapter sauber in die Kamera. Ein Umstand der hoffentlich nicht bei jedem Adapter auftritt, wer dasselbe Problem hat kennt nun aber wenigstens die Lösung.

Handling

Mir selbst liegt die Haptik des Adapters. Sowohl die Neigungsstufe lässt sich sauber einstellen und das Objektiv mit leichtem Kraftaufwand drehen. Ungewollt verstellt sich nichts und man kann damit reproduzierbare Ergebnisse erhalten. Eine Möglichkeit die z.B. bei einem Lensbaby Composer nicht vorhanden ist.
Ein manuelles Fokussieren ist durch die arretierbaren Verstellmöglichkeiten ohne Probleme möglich. Sogar Freihand. Ein Bild, welches auf meiner Testrunde entstanden ist, möchte ich an dieser Stelle kurz zum Besten geben. So kann man sich den von mir gewollten Miniaturisierungseffekt einmal bildlich vorstellen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Tilting through Reutlingen

Fazit

Ich bin ehrlich: ein Architektur-Fotograf der stürzende Linien und eine durchgängige Schärfeeebene haben will, wird sich ein richtiges Tilt-Shift-Objektiv kaufen. Für mich selbst ist der Adapter eine Möglichkeit den Effekt eines gestrippten Objektives zu umgehen ohne umständlich basteln zu müssen.
Als reine Spielerei mag einem auch ein wenig Photoshop ausreichen um den Miniaturisierungseffekt in ähnlicher Form nachzustellen, dasselbe ist das freilich nicht.
Da ich selbst lieber Fotografiere und den Effekt mit einer Linse erreichen möchte ohne den vollen Preis für ein Tilt-Shift-Objektiv auf den Tisch legen zu müssen, passt der Adapter für mich perfekt. Würde ich eine Wertung vergeben, so würde ich aufgrund des Aufklebers und der Schraube 3/5 Sternen vergeben. Er erfüllt seinen Zweck, er funktioniert und das sogar sehr gut. Aber es gibt noch Luft nach oben. Daher wäre eine höhere Wertung einfach nicht gerechtfertigt.
Müsste ich den reinen Spaßfaktor bewerten, dann könnte man auch eine 4/5 Sterne Wertung vergeben.

Die Frage ist nun, spricht man eine Kaufempfehlung aus oder nicht. Wer wie ich seinen Spaß am experimentieren hat und einfach mal mit dem Tilten herumprobieren will, der wird mit dem Quenox-Adapter seine Freude haben. Man benötigt aber auch das passende Altglas dafür. Fotografen welche ernsthaft in die Architektur-Fotografie einsteigen wollen, sollten besser zu einem richtigen Tilt-Shift-Objektiv greifen.

Affiliate Link und Preis

Neben der Minolta SR auf MFT Variante gibt es auch noch M42 und Olympus OM Adapter. Diese habe ich zwar nicht getestet, sie sind aber ebenfalls erhältlich.

    

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