Filtertypen und Anwendungsbeispiele

Je tiefer man in die Materie der Fotografie vorstößt umso häufiger fragt man sich, wie dieses oder jenes Bild entstanden ist. Zum Beispiel, wie man es hinbekommt, dass ein Wasserfall neblig und verwischt aussieht.
Spätestens dann stößt man auf das Thema Filter für die Kamera. Ein Grund, weshalb mich ich in diesem Artikel diesem Themas widmen und einen Einblick auf gängige Filterarten gewähren möchte.

Filtertypen

Die drei großen Filtertypen, welche man heute findet sind Polfilter, Grauverlaufsfilter und sogenannte ND-Filter. ND steht dabei für Neutral-Dichte, oft genug werden diese Filter aber auch einfach Graufilter genannt.
Die nächsten Filter, die einem begegnen sind UV-Filter, Kunstlichtfilter, Warmlichtfilter oder allgemein Farbfilter.
Die letzte Variante wären die Effektfilter, bei denen zum Beispiel der Sternfilter zu nennen wäre.
So haben wir erst einmal einen groben Überblick zu den Filtertypen.

Zeit um gleich einmal mit einem Vorurteil aufzuräumen. Dem UV-Filter. Für heutige Kameras ist ein UV-Filter nicht mehr nötig. Oft wird er daher höchstens noch um der Schutzwirkung empfohlen. Eine Schutzwirkung, die eine Streulichtblende in den meisten Fällen besser erfüllt. Da man auf eine „richtig aufgesetzte“ Streulichtblende generell nicht verzichten sollte, kann man einen UV-Filter getrost im Regal liegen lassen.
Ebenfalls Relikte aus analogen Zeiten sind Kunstlichtfilter oder Warmlichtfiler. Gerade diesen sind dank dem Weißabgleich in einer digitalen Kamera nicht mehr nötig. Man könnte in diesem Zusammenhang noch über den Vorteil von RAW sinnieren, das wäre aber ein anderes Thema.
Bisweilen verkaufen sich diese Filter noch und sind auch immer wieder Bestandteil in manchen Sets. Ich denke mir, das sie durchaus noch ihre Daseinsberechtigung haben. Schließlich ist das Thema analoge Fotografie noch lange nicht ausgestorben.
Effektfilter, wie der Sternfilter den ich hin und wieder einsetze kann man getrost als Spielerei betrachten. Aber wie bei jeder Spielerei wird man, wenn ein gutes Bild heraus bekommt, nicht böse sein, wenn man sie im eigenen Fundus hat.
Eingehend Betrachten möchte ich daher die drei großen Filtertypen, ihre Wirkungsweise und Einsatzmöglichkeiten.

Polfilter

Polfilter

Der zirkulare Polfilter wird in der Fotografie verwendet um reflektierendes Licht herauszufiltern. Der Filter bewirkt das bei Glasscheiben und Wasseroberflächen eine störende Spiegelung unterdrückt wird und dass Farben kontrastreicher dargestellt werden. Selbst als Nicht-Fotograf wird man diesen Effekt schon erlebt haben, zum Beispiel bei guten Sonnenbrillen. Polfilter sind drehbar und je nach Stellung ändert sich die „Lichtart“, welche gefiltert wird. Eine Möglichkeit den Effekt sichtbar zu machen ist, wenn man den Polfilter vor einen TFT-Monitor hält. Abhängig der Stellung des Filters kann man durchsehen und erkennt das Bild auf dem Schirm. Bezeichnen wir diese Stellung als „Null“ und dreht man nun im Uhrzeigersinn, wird das das Monitorbild dunkler ehe es komplett ausgefiltert wird.

Spiegelung auf einer Glasfläche
Selbe Glasfläche durch einen Polfilter aufgenommen

Die Hauptaufgabe ist, wie bereits erwähnt das Unterdrücken einer Spiegelung, wie man auf den beiden Aufnahmen links sehen kann. Die Scheibe des ND-Filters bot sich zum Zeigen der Filterwirkung am Besten an.

 

 

 

Graufilter

Graufilter (ND-Filter)

Ein Graufilter oder auch Neutraldichte-Filter ist eine abgedunkelte Scheibe, die grob gesagt das Licht im Gesamten abschwächt. Ein ND-Filter wird zum Beispiel benutzt um selbst bei hellem Licht für eine Bewegungsunschärfe zu sorgen. Etwa kann man so bei einem Wasserfall die Bewegung stärker sichtbar machen. Ein weiterer Nutzen ist um bei Architekturaufnahmen störende Passanten oder auch Fahrzeuge unsichtbar werden zu lassen. Hierzu verwendet man einen sehr starken Graufilter wodurch die Personen und Fahrzeuge vom Sensor nicht mehr wahrgenommen werden.

Wie sich ein Graufilter bei einer Aufnahme einsetzen lässt, zeigt das Bild auf der linken Seite. Man sollte daran denken, bei dieser Art von Aufnahme ein Stativ mit dabei zu haben um die Kamera ruhig zu halten.

Durch die länger Verschlusszeit, die man benötigt um eine ausreichende Helligkeit im Bild zu bekommen, sind sonst verwackelte Bilder vorprogrammiert.

 

Grauverlaufsfilter

Grauverlaufsfilter (GND)

Wie uns vielleicht schon der Namensteil „Verlauf“ verrät, handelt es sich hier um einen Filter welcher auf der einen Seite durchsichtig ist und von dort aus immer dunkler wird, bedingt durch den Übergang in einen ND-Filter.
Die Abkürzung für diesen Filtertyp ist GND, was wiederum für „graduierter Neutraldichtefilter“ steht.  Diese Filter werden benutzt um zum Beispiel einen überblendeten Himmel bei Landschaften oder Stadtansichten zu verhindern.
Auf dem gezeigten Bild auf der rechten Seite ist übrigens ein Filter mit hartem Übergang zu sehen. Wie auch die ND-Variante gibt es verschiedene Stärken und Übergängen, die man je nach Einsatzzweck auswählt.

Bei den Grauverlaufsfilter muss man nebenbei noch beachten, das diese Typen dazu neigen das Bild ins rötliche kippen zu lassen. Ein Problem, das sich zum Glück mit der Bildbearbeitung beheben lässt.
nebenstehendes Foto zeigt eine Aufnahme mit GND-Filter, bei der dieser Rotstich nicht entfernt wurde.

 

 

Schrauben oder Stecken

Wie man auf den Bildern zu den Filtern sehen kann, gibt es unterschiedliche Bauformen. Die Filter bestehen in der Regel aus Glas- oder Kunststoff-Scheiben, die entweder als Schraubeinsatz (sog. Schraubfilter) oder als Einschub in viereckiger Form (sog. Steckfilter) daher kommen.

Schraubfilter gibt es in den unterschiedlichsten Durchmessern. Ob man sich nun für jede Objektivdurchmesser einen Filter kauft oder mit Step-Up Ringen nur den größten Durchmesser einkauft, ist Geschmackssache und abhängig vom eigenen Geldbeutel. Ein hochwertiger Filter mit günstigen Adaptern wird vermutlich mehr Freude machen als viele günstige Filter. Auf Dauer ist die Lösung mit Step-Up Ringen die günstigere Variante.

Wird eine Halterung mittels Adapterring am Objektiv befestigt, welche Quadratische oder rechteckige Scheiben aufnimmt, so spricht man von einem Steckfilter. Die Halterung sitzt dabei beweglich auf dem Objektiv, so das man einen Steckfilter drehen kann und nimmt in der Regel mehr las nur eine Scheibe auf. Somit kann man mehrere Scheiben kombinieren um die Wirkung zu verstärken
Ein weiterer Vorteil der Steckfilter ist, das sie schnell gewechselt werden können. Bei Aufnahmen, wo es auf Minuten oder Sekunden ankommt, ist ein schnell gewechselter Filter vorteilhaft.

Eine Besonderheit wird seit Februar 2017 von Manfrotto angeboten. Filterhalter die eingeschraubt werden und woran die eigentlichen Filter mittels Magnet an die Halterung gekoppelt wird. Der Name dieses Systems ist XUME (Affiliate Link). Neben Halterung und Filter kann für dieses System zusätzlich ein Objektivdeckel eingekauft werden.

Fazit

Für welches System man sich letzten Endes entscheidet bleibt der persönlichen Vorliebe überlassen und ist, wie vieles in der Fotografie, davon abhängig was man genau aufnehmen möchte. Das Handling bei der Anwendung sollte einen liegen. Wer sich ein System kauft, mit dessen Anwendung man nicht zufrieden ist, wird es aus der Erfahrung heraus nicht mitnehmen. Aber nur das, was man dabei hat, kann man benutzen um ein gutes Bild zu bekommen.

2 Replies to “Filtertypen und Anwendungsbeispiele

Comments are closed.