Fotowalk – Teil 1: Wie geht das überhaupt?

Liebe Freunde der Fotografie,

immer wieder erzählen wir Euch von unseren Fotowalks. Manche wissen schon worum es sich handelt. Für jene die sich darunter noch nichts vorstellen können verfasse ich diesen Artikel und noch ein paar folgende. Ebenso werde ich aber auch auf ein paar Besonderheiten unserer Fotowalks eingehen.

Warum gehen wir mit einer Kamera raus?

Alle kennen den Grund schlecht hin. Erinnerungen festhalten. Deshalb begleiten uns Kameras inzwischen auch in Handy und Pocket Form in den Urlaub, auf Ausflüge und zu speziellen Anlässen. Das ist meistens noch kein richtiges Hobby, wohl eher ein sogenanntes „knipsen“. Oft ist aber genau dieses Knipsen der Beginn davon. Wir haben ein schönes Bild gemacht und doch entspricht es nicht der Erwartung, nicht dem was wir gesehen haben. Hier beginnt dann der Pfad in die Lehre der Fotografie. Irgendwann fängt man dann wohl auch an nach draußen zu gehen um Bilder zu machen. Da dreht sich dann der Grund um, warum wir nach draußen gehen mit einer Kamera. Das Bild ist das Ziel und wenn man dann noch ein paar Freunde dabei hat die ebenfalls diesem Weg frönen dann ist man in bester Gesellschaft um voneinander zu lernen.

Weiter ist es ein interessanter Aspekt wirklich bestimmte Stimmungen und Gefühle festzuhalten, wir machen uns auf den Weg um nicht mehr nur stumpf Abzulichten was wir sehen. Nein, viel mehr geht es dann auch darum, das Gefühl des Moments einzufangen. Dazu gehören bestimmte Lichtstimmungen, Spieglungen, allgemein wird man aufmerksam auf Dinge welche man sonst nicht sehen würde.

Der Weg ist das Ziel

Was also plant man für einen Weg bei einem Fotowalk, diese Frage hab ich mir Anfangs ziemlich oft gestellt. Habe riesige Laufstrecken, ganze Wanderwege sogar versucht mir zurecht zu legen die ich ablaufen wollte. Mit Stativ, Objektiven und allem drum und dran.walking-chick_small

Liebe Freunde, ihr werdet jetzt schon geschmunzelt haben.

Zurecht, denn nie wieder werde ich so viel auf einen Fotowalk mitnehmen. Dazu aber später mehr, erst mal sprechen wir nur über den Weg selbst. Wichtig ist vor allem Anderen erst ein mal das Ihr heraus findet was Ihr gerne ausprobieren möchtet. Für den Lerneffekt während dem Fotografieren ist das sehr nützlich. Wenn ihr gerne Architektur und Lichtspiele fotografieren wollt, dann sucht euch eine kleine Strecke aus die genau das bietet oder wo ihr vermutet das sie es bieten könnte. Vorab informieren ist wichtig.

Ein Beispiel dafür ist der Ausflug von Merkosh und mir zum Pragfriedhof in Stuttgart. Ich hatte ihm davon erzählt, das es eine Interessante Möglichkeit wäre um gemeinsam noch ein wenig los zu ziehen. Ich wollte unbedingt noch etwas über die Sony RX10II lernen und wir hatten auf einem Fotowalk in Berlin schon sehr interessante Bilder von alten Grabsteinen und Monumenten gemacht. Unser Weg war willkürlich über den Friedhof zu gehen. Des weiteren war mein Ziel Merkosh etwas über Blickwinkel zu zeigen, da die Statuen und Figuren auf dem Friedhof für gewöhnlich sehr Emotionale Posen einnehmen bieten sie eine interessante Grundlage für solche Fotos.

Ihr seht also den Weg zu finden ist nicht so schwer. Es kann auch nur eine halbe Stunde sein die man raus geht oder wenn man den Hund Gassi führt. Auch Besuchern den eigenen Wohnort zu zeigen eignet sich dafür. Das tut man als Berlinerin viel öfter als Ihr denkt. Zumal ich über das ganze Jahr hinweg Besucher habe, da gibt es dann mal Berlin im Schnee, im Herbst mit ganz viel buntem Laub und überhaupt bietet die Hauptstadt viele Möglichkeiten sich auszutoben.

Der Vorteil ist zusätzlich, wenn man öfter eine bekannte Strecke abgeht und sich doch dazu entschließt die Kamera mitzunehmen, der Weg verändert sich immer. Mal ist es die Jahreszeit, mal die Menschen. Eventuell ein Graffiti mehr oder  eine Baustelle, die gerade begonnen wurde. All solche Dinge verändern den Weg. Gerade im Städtischen Bereich verändert das die Szenerie, wenn man bedenkt wie schnell heutzutage Häuser entstehen können.

Nachdem wir uns nun bewusst sind was für einen Weg wir gehen möchten, ist die nächste Frage die wir uns stellen sollten doch recht essenziell.

Was brauche ich auf einem Fotowalk?

Wer fragt sich das nicht, was soll ich nur alles mitnehmen. Man kauft die Ausrüstung für teures Geld und manchmal weiß man gar nicht wie man alles transportieren soll. Für denjenigen der sich einfach noch nicht so viel Zubehör gekauft hat, für den ist es ein leichtes. Aber nicht nur die Kamera muss mit. Wetter abhängige Kleidung und vor allem ein bisschen Wasser ist immer ganz wichtig.

Falls ihr mal einen Blick in eine Tasche werfen wollt, schaut euch die „Whats in my bag“ Artikel von Merkosh an, er hat je nach Einsatzziel eine entsprechend gepackte Tasche dabei. Für mich persönlich ist ein Rucksack oder Sling-Rucksack die erste Wahl, da ich damit am besten weit laufen kann. Und ganz wichtig Bonbons, ohne ein bisschen Zucker geht natürlich gar nix. Falls ihr auch unsere „Ein Tag ein Bild“ Serie verfolgt dann habt Ihr meine neuesten Begleiter schon erspäht. Kleine Plastikflaschen mit Pumpspray Aufsatz. Denn damit kann man bei Spinnennetzen oder Blüten ganz interessante Effekte erzielen. Auch bei frostigen Temperaturen kann man damit spannende Effekte erzielen. Probiert ein wenig aus was ihr mögt, Rucksack oder nur eine kleine Tasche, je nach Fotowalk ist das wohl auch immer zu bedenken.

Überlegt auch, was Ihr benötigt. Stehen keine Nacht- oder Panoramaaufnahmen an, dann lasst das große Stativ zu Hause. Ihr wollt nur Landschaften aufnehmen? Dann benötigt Ihr ein Weitwinkel und das Tele bleibt zu Hause.

Ebenso ist wichtig ob Ihr möchtet, das euer Mobiles Kommunikationsgerät aktiv dabei ist oder ob es im Stummmodus vielleicht nicht doch besser in der Tasche bleibt. Keine Frage, ein Smartphone ist eine gute mobile Karte und immer notwendig falls ein Notruf getätigt werden muss. Potentiell ist es aber auch eine Ablenkung, die ihr vielleicht gar nicht haben wollt. Denkt drüber nach, es kann einen Fotowalk maßgeblich verändern. Zumal Ihr an manchen Orten generell eher ruhig sein solltet.

Im späteren Verlauf der Artikelreihe werde ich auf das Thema „Zen-Fotografie“ noch einmal eingehen und in wie weit wir damit auf dem Fotowalk umgehen können.

Wetterfeste Kleidung, dein bester Freund

Ich erinnere mich an eine sehr schöne Szene auf dem Pragfriedhof, gerade hatte ich beschlossen eine kleine Pause einzulegen um mich umzusehen nach dem nächsten Motiv. Als es mir förmlich ins Auge sprang, eher lag. Merkosh hatte sich auf den Boden gelegt, platt wie ein Flunder lag er da und fotografierte die russisch orthodoxe Kirche des Pragfriedhofs.

Zeitgleich machte ich dieses Bild.

Ein Bild welches in der Galerie nicht aufgetaucht ist, entstand ein paar Minuten zuvor als Merkosh mich fotografierte beim auf dem Boden herum liegen. So wurde mein Bild so zu sagen ein kleiner Racheakt. Bis heute bin ich immer mit einer Jacke unterwegs die nicht zu Schade dafür ist um sich damit in den Dreck legen zu können. Ich sage nicht das man sich zu jeder Zeit überall hinwerfen sollte, aber es kann ein interessanter Aspekt werden um neue Blickwinkel zu erobern. Zusätzlich solltet ihr unbedingt auf gutes Schuhwerk achten, sei es nun ein guter und fester Wanderschuh oder eher sportlich leichtere Varianten. Es ist egal, Hauptsache ihr könnt gut darin laufen und seid Wasserfest.

Fazit

Alles im Gesamten kann man wohl sagen, Vorbereitung ist alles für einen Fotowalk. Egal wohin es gehen soll, ob mit großer Gruppe oder zu zweit. Der Weg ist das Ziel.

 

Fortsetzung folgt, im Fotowalk – Teil 2: Du und Ich, oder kreativ in der Gruppe.

 

Bis bald, hier auf Pilgerrazzi.de wünscht,

Eure TheShadoweye

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