Mehr Kaffee

Als ich letztens für Euch die Bohnen fallen lies und Euch von Kaffee erzählt habe, hatte ich ja schon davon gesprochen, dass mehrere Fotos entstanden sind. Es war ein Fest, eine Tüftelei und ein recht kurzweiliger Spaß. Dumm wenn man dann in der Bildbearbeitung merkt, dass man bei Feinheiten gepatzt hat.

Das Titelbild war es aber nicht. Denn das entstand erst vorgestern, als ich mich noch einmal daran versucht habe. Schließlich will man ja das Ergebnis haben, welches man sich vorgestellt hat.

Aus Fehlern gelernt

Ich versprach aber auch ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern und auch meine Fehlversuche zu zeigen. Doch was ging eigentlich schief? Schauen wir zuerst den missglückten Versuch an.

Während der Aufnahme war ich mir nicht bewusst über den Winkel der Tasse zum Kaffee. Bedingt auch deshalb, weil ich natürlich nicht direkt über der Tasse stehen konnte. So ärgerte ich mich ziemlich, dass der Griff einen ordentlichen Tanz aus der Reihe machte.
Christian, mit dem ich das Foto besprochen hatte, meinte auch dass man dem Kaffee ansieht das er nicht frisch aus dem Automaten kam. Stimmt. Crema sieht einfach anders aus.
On Top kamen dann noch die zu klein gewählte Blende, weshalb die Bohnen nicht einmal im Ansatz scharf waren und das die Linie der Bohnen nicht exakt von Bildecke zu Bildecke ging.

Ergo kein Foto, das man ausstellt, ganz egal wie viel Mühe darin steckt. Also ging es mit neuem Elan und frischen Gedanken an den nächsten Versuch.

Der geglückte nächste Versuch

Was habe ich geändert. Zum einen habe ich die Linie begradigt und dabei im LiveView im Auge behalten. So konnte ich den ersten Fehler verhindern. Der Kaffee wurde erst aufgebrüht, als der Unterteller platziert war und Kamera sowie Licht stand. Hier leistete mir mein Ringlicht gute Dienste. Die Verschlusszeit konnte ich bei einem stehenden Objekt lange genug einstellen, so dass ich nicht blitzen musste.
Da Stefan sich ein „Making of“ gewünscht hat, dürft Ihr auch ein wenig über meine Schulter schauen. Mit einem Gliedermaßstab wurde für gerade Linien gesorgt, die Kamera von einem Stativ mit gekippter Mittelsäule gehalten. Das Ringlicht stand auf einem eigenen Stativ und wurde gekippt.

Auch erschien mir das Bild vom ersten Versuch zu eng, weswegen ich nicht mit 50mm sondern mit 35mm fotografiert habe. Damit die Bohnen scharf genug zu sehen sind, schloss ich die Blende auf f11. Gleich geblieben ist die s/w-Umwandlung. Die stand von Anfang an fest und war Pflicht.

Verwendetes Arbeitsmaterial (Affiliate Links)

Zum Abschluss möchte ich Euch noch mein Handwerkszeug nennen, auch wenn Ihr ein ähnliches Bild mit jeder anderen Kamera auch aufnehmen, mit Blitz oder natural Light arbeiten könnt. Verwendung fanden:

Fazit

Ihr merkt also, dass selbst mit jahrelanger Übung ein Bild nicht immer beim ersten Mal klappt. Gerade bei Stillleben ist Sorgfalt oberste Pflicht. Ansonsten wiederholt Ihr die Aufnahme, ebenso wie ich das tun musste. Für mich sind solche „Fehlschläge“ nicht schlimm. Die Fotografie ist mein Hobby und ich verbringe gerne Zeit mit diesem Thema. Man muss aber mit sich selbst als Kritiker zurecht kommen und darf sich nicht selbst entmutigen. Letzten Endes muss aber auch ich mir sagen, dass ich mit einer Portion „Aufpassen“ mehr Zeit für ein anderes Projekt gehabt hätte. Man lernt eben nie aus.

Merkosh
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