Kurztest: Tarion Universal-L-Winkel

Nicht für jede Kamera gibt es einen passgenauen L-Winkel um die Kamera sowohl im Hochformat als auch im Querformat sauber auf einem Stativ zu befestigen und dennoch die volle Verstellmöglichkeiten eines Kugelkopfes zu behalten. Daher bieten Firmen wie Tarion universelle L-Winkel an, die man an jeder Kamera verwendet kann. Welche Ecken und Kanten so ein universelles Bracket hat, soll dieser Kurztest zeigen.

Lieferumfang und Ersteindruck

Im Titelbild des Beitrags könnt Ihr einen kurzen Blick auf den Tarion-Winkel werfen. Er besteht aus einer Bodenplatte und einem Seitenteil. Beide Teile sind mit zwei Inbus-Schrauben verbunden und sitzen bündig. Mittels einer Schraube für das Stativgewinde kann man das Konstrukt an der Kamera befestigen. Diese Schraube läuft in einer Führung und lässt so zu, dass man den Abstand des Seitenteils zum Kamerabody einstellen kann, welcher notwendig oder gewollt ist.
Sowohl am Seitenteil als auch an der Bodenplatte sitzt eine kleiner Schraube, welche ein Herausrutschen aus der Stativhalterung verhindern soll. Zumindest in einer Richtung. Die Halterung ist übrigens Arca-Swiss kompatibel.

Qualität, Verarbeitung, Haptik

Hauptmaterial des Winkels ist Aluminium. Sechs kleine Gummi-Flächen sind auf die Bodenplatte geklebt, um ein verrutschen derselbigen zu verhindern. Die Metallteile wurden mit schwarzem Lack beschichtet. Es gibt keine scharfen Kanten, die Lackschicht ist tadellos aufgetragen. Die Nut für die Arca-Swiss–Halterung ist sauber gearbeitet und man kann damit eine Kamera befestigen ohne das man sich Sorgen machen muss, dass es zu einem Absturz kommt. Für die Verarbeitung und die Stabilität kann man bedenkenlos Bestnoten vergeben.

Kurz zu den Maßen:
Der Winkel wiegt 110 Gramm und hat die Abmessung von 11 cm x 3,8cm in der Grundfläche und bei angeschraubtem Seitenteil. In der Höhe kommt der Winkel auf 7,5cm.

Da stellt sich die Frage, weshalb man denn überhaupt einen speziellen L-Winkel (für einen höheren Preis) kaufen sollte, wenn der Universelle so sauber verarbeitet ist. Das ist schnell erklärt. Während man bei einem für die Kamera gebauten Winkel in der Regel die Abdeckungen für Akku, Mikrofon, Kopfhörer und/oder Speicherkarte ohne Probleme nutzen kann, ist dies beim Universellen nicht ohne Einschränkungen möglich. Kurz gesagt, man wird so einen Winkel wohl eher nicht die ganze Zeit an der Kamera lassen.

An der Olympus E-PL8 blockiert der Winkel den Zugriff auf Speicherkarte und Akku. Dafür lässt sich das Display klappen. Einzig der Selfie-Modus bleibt verwehrt. Auf einem Stativ wird man den aber sowieso nicht richtig nutzen können.

Zu schnell ist der Speicherkartenschacht verbaut oder man kommt nicht ohne weiteres an alle Anschlüsse heran. Kann man sich bei den seitlich liegenden Klappen noch dadurch behelfen, dass man einen größeren Spalt zwischen Seitenteil und Body lässt, kann es je nach Kamera immer noch passieren, dass das Batteriefach blockiert wird. Hier sollte man genau messen, welche Einschränkung so ein universeller Winkel in dieser Hinsicht einbringt.
Härter trifft es Besitzer von Kameras mit Schwenkdisplay. Im Falle meiner E-M1II kann man dieses, bei Verwendung des Batteriegriffes, nur eingeschränkt ausklappen. Nutzt man keinen Batteriegriff ist es fast unmöglich den Monitor zur Seite zu drehen. Klappdisplays sind daher beim getesteten Universalwinkel im Vorteil.

Ein Schwenkdisplay komplett nutzen? Beim Tarion geht das leider nicht. Selbst bei angesetztem Batteriegriff stößt man mit dem Display noch an die obere Ecke an.

Kleines Feature am Rande. An der Bodenplatte lässt sich an einem schmalen Steg auch ein Gurt befestigen. Ob das aber wirklich gut genutzt werden kann, hängt von den eigenen Vorlieben ab. An meinen Kameras ist dieser Steg ungefähr auf halbem Weg zwischen Gewindeschraube und der rechten Seite der Kamera.

Fazit

Mehr Kontra als Pro steht am Ende fest, wenn man alle Punkte auflistet. Gute Verarbeitung und ein wertiges Produkt steht gegen Einschränkungen bei den Zugriffsmöglichkeiten oder der Bedienung der Kamera. Bleibt die Frage, weshalb man sich überhaupt so einen Winkel kaufen sollte. Man kann es in einem Satz zusammenfassen. Weil es unter Umständen für die eigene Kamera keinen passenden Winkel gibt und man einen benötigt.

Dann wiederum zählen Dinge wie die Verarbeitung und die sichere Befestigung der Kamera mehr als die beschriebenen Kritikpunkte. Zumal auch der Preis von knappen 10€ über ein paar Probleme hinwegsehen lassen dürfte. Insgesamt würde ich für die Verarbeitung 5 Sterne und für die Nutzbarkeit 3 Sterne vergeben. Im Gesamteindruck sind das immer noch 4 von 5 Sternen, wenn man sich am Bewertungssystem von Amazon orientieren möchte.

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