Fotodiox Stretch-Adapter OM/e-Mount

Um alte analoge Objektive an moderne Kamera zu adaptieren gibt es eine Vielzahl an Adapterstücken. Bereits in einem anderen Artikel habe ich über spezielle Adapter berichtet und mir für den aktuellen Test einen sogenannten Helicoid-Adapter angesehen. Er ist für eine Sony e-Mount Kamera gedacht und passt damit für die a6xxx/a7 und a9 Baureihe. Die Besonderheit dieses Adapters liegt darin, dass er nicht nur einen eingebauten und variablen Zwischenring besitzt, sondern dass er auch ND-Filter nutzen kann, welche hinter dem adaptierten Obektiv eingesetzt werden können. Welche Stärken und Schwächen dieser Adapter von Fotodiox hat, bringe ich Euch in den folgenden Zeilen näher.

Lieferumfang

Neben dem Adapter (wie üblich ohne Front- und Rückdeckel) , liegt ein kleines Ledercase dabei in dem drei ND-Filter mit den Stärken 4, 8 und 16 untergebracht sind. Der Durchmesser der Filter ist 41,4mm und sie können wie beschrieben in der, der Kamera zugewandten Seite, eingesetzt werden.

Adapter und Hülle mit den darin liegenden Filtern

Verarbeitungsqualität & Ersteindruck

Nimmt man den Adapter in die Hand, merkt man das aus der beschichteten Oberfläche hauptsächlich Metall verarbeitet wurde. Das erzeugt ein wertiges Gefühl und man kann hier nicht meckern. Der Schneckengang läuft nicht zu stramm, aber auch nicht zu weich. Die Filter schnappen sauber in die Halterung. Dummerweise muss man, um sie herauszunehmen mit einem Finger auf die Scheibe tippen. Gleich ein Tipp an dieser Stelle, man sollte ein Tuch dabei haben um die Oberfläche der Filter nicht zu verkratzen.

Der eingesetzte ND-Filter von der e-Mount Seite aus gesehen

Olympus OM Objektive rasten sauber ein, der Adapter hält ohne Schwierigkeiten an meiner Sony a7II. Es wackelt nichts, es klappert nichts. Ist der Helicoid eingefahren, erreicht man ohne Probleme die Unendlich-Entfernung am Objektiv.

Ran an das Makro

Der Adapter erhöht sich bei ausgefahrenem Helicoid um ca. 6mm. Das reicht bei weitem nicht aus um einen 1:1 Maßstab zu erreichen. Wohl aber um dem Mindestfokussierabstand ein Stück weit zu verringern. Es liegt an der Bauform des Fotodiox-Adapters, das hier nur ein geringer Hub verwendet wurde. Immerhin muss ein OM-Bajonett gehalten und die Filter untergebracht werden können. Richtiges Makro erreicht man also nicht. Das muss einem vor dem Kauf bewusst sein.

Zwischenfazit

Man erhält einen Adapter, der ein wenig Eierlegende Wollmilchsau sein möchte. Auf der einen Seite ein Stück weit in den Nahbereich vorstoßen, auf der anderen Seite eine tolle Halterung für ND-Filter ohne ein Glas vor die Linse schrauben zu müssen. Das klingt soweit ganz gut, wenn man sich bewusst ist, dass dieser Adapter einen Kompromiss darstellt. Wer richtig in die Makrowelt mit seinem Altglas vorstoßen möchte, der kommt also mit diesem Helicoid nicht umhin weitere Zwischenringe oder eben ein richtiges Makro-Altglas einzupacken. Bei einem Preis von knapp 170€ muss man daher schon sehr stark überlegen ob man diesen Adapter kaufen möchte. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass hier ND-Filter dabei liegen. Optisch gute Qualität hat seinen Preis.

Probleme bei der Anwendung

Letzten Endes komme ich nun an die Knackpunkte des Adapters. Bereits bei den ersten Bildern fällt auf, dass der Griff zum Drehen des Helicoids sehr groß wirkt. Wer wie ich große Hände hat, wird sofort bei der ersten Anwendung feststellen, dass sich die Kamera so nicht mehr sauber greifen lässt. Das ist ein No-Go und könnte mit einer aufgeklebten Gummierung vermutlich besser gelöst werden.

Basteltipp für Kaufwillige: Mit vier Madenschrauben kann man diesen Ring übrigens abnehmen (1,3mm Inbus) und hat dann ordentlich Platz. Dummerweise legt man damit die Laufschiene für den Helicoid frei. Ergo sollte man dann selbst nach einer Abdeckung schauen. Eventuell findet sich im Haushalt noch ein passender Gummiring. Ich jedenfalls habe Hand angelegt (wohl wissend, das ich damit auf etwaige Garantieansprüche verzichte) und habe einen Umbau vorgenommen.

Zweiter Erfahrungsbericht

Mit dem Umbau ging es dann auf eine Woche Testparcours im Urlaub. Das Handling war nun perfekt, die Kamera lies sich ohne Probleme halten. Allerdings bin ich nach einer Woche auf das wohl größte Manko des Adapters gestoßen. Die Aufnahme für das OM-Objektiv ist gesteckt und wird mittels vier weiterer Madenschrauben an Ort und Stelle gehalten. Das klingt jetzt nicht unbedingt schlecht und negativ. Allerdings darf man nicht zu stark an dieser Haltung anfassen (eventuell um den Adapter von der Kamera nehmen), denn sie lockert sich gerne.
Dummerweise benötigt man, um sie wieder zu fixieren einen 0,9er Inbus. Den hat man nicht eben in der Schublade liegen und bekommt ihn auch nicht im Baumarkt um die Ecke. Eine Reparatur während des Urlaubs war daher nicht möglich. Somit konnte ich auch die ND-Filter nicht mehr testen.

Finales Fazit

Auf den ersten Blick sah der Adapter gut aus und man könnte mit den Kompromissen leben. Das sich nach knapp zwei Wochen Nutzung ein essentielles Bauteil lockert und der Adapter erst einmal eine Reparatur benötigt ist ein absolutes No-Go. Somit entfällt auch am Ende dieses Reviews ein Link zum Shop und einer Einkaufsmöglichkeit. Nach meinen Erfahrungen muss ich nämlich ganz klar abraten, sich einen Fotodiox Stretch zu kaufen.

Merkosh

Als leidenschaftlicher Technik-Nerd berichtet Merkosh gerne über seinen fotografischen Alltag, schreibt Reviews und macht mit der Kamera sein Umfeld unsicher.

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