Review: Fujifilm Instax Wide 300

In der Fotografie entwickelten sich Dinge, die zwangsläufig eine Liebhaberei und Faszination ausgelöst haben. Für mich war das in meiner Jugendzeit die Sofortbildkamera von Polaroid. Ich erinnere mich noch daran, das man irgendwas in die Kamera schieben musste, dann hat man das Ding aufgeklappt, einen Knopf gedrückt und es hat geblitzt. Surrend schob sich dann ein Papierchen aus einem Schlitz, welches man geschüttelt hat und nach einigen Minuten Wartezeit war das Bild fertig.

Mehr wusste ich in meinem damaligen Zarten Alter nicht. Die Sofortbildkamera verschwand beinahe. Kein Wunder, wurde sie wohl im Zuge der Digitalisierung von den meisten Menschen vergessen.

Ein Glück ist das aber nicht passiert. Die Faszination Sofortbild blüht wieder auf. Mit dabei ist die Firma Fujifilm, die mit Ihren Instax-Kameras den Markt befeuert. Ein Lifestyleprodukt in oft poppigen Farben, das wie früher auf Knopfdruck ein Bild aus einem Schlitz schiebt.
Sogar mich hat diese Faszination wieder eingeholt und so habe ich mir vor einiger Zeit eine dieser neuen Sofortbilkameras gekauft. Meine Wahl fiel dabei auf die Instax Wide 300. Das Wide-Format ist eines von drei verfügbaren Bildformaten. Es gibt noch den Modelle mini und seit neuestem square. Der Grund für meinen Kauf ist einfach. Das Fotoformat der Wide mit 62x99mm hat mir persönlich am ehesten zugesagt. Zur Anmerkung, mit dem Kauf eines Formats legt man sich bei den Filmen fest. Ein mini passt nicht in eine wide, ein wide nicht in eine square.

Ersteindruck

Ich muss zugeben, gleich nach dem Auspacken hat die Kamera einen Spitznamen bekommen. Es ist ein vollkommen aus Kunststoff bestehendes Gehäuse, sie braucht normale Batterien und das auch gleich vier Stück und irgendwie weckt sie ein gewisse Retro-Gefühl. Sie sieht dabei nicht einmal aus wie eine alte Sofortbildkamera. Das tut der Faszination, meiner Meinung nach, keinen Abbruch. Das Wissen das man sofort ein Bild hat wiegt schwerer.
Kommen wir aber zum Spitznamen. Ich nenn die Kiste schlicht und ergreifend Schuhkarton. Einfach weil sie groß und rechteckig ist. Es muss ja aber auch eine entsprechend große Filmkasette hineinpassen.
Als Zubehör findet sich noch ein kleiner Gurt, eine Nahlinse für das Objektiv und ein Satz Batterien dabei. Hat man gleich einen Film dazu gekauft kann man innerhalb kürzester Zeit loslegen.

Ready, set, go

Einsatzbereit ist die Kamera nämlich schnell. Man setzt die Batterien entsprechen der Anleitung ein und genauso verfährt man mit dem Film. Wie erwähnt, den muss man separat kaufen. Also nicht vergessen, wenn Ihr Euch selbst eine Instax kaufen wollt. Es gibt sie im günstigen Doppelpack. Zwei Filmkasetten zu je 10 Bilder kosten darin ca. 16€. Am Ende des Artikels findet sich dazu aber noch ein Affiliate-Link. Hat man einen gekauft, befreit man ihn aus der Verpackung, öffnet die Rückenklappe der Kamera und legt ihn anhand der Anleitung ein.
Danach schaltet man die Kamera ein, drückt einmal den Auslöser um die erste Folie abzustreifen und danach ist die Kamera einsatzbereit. So schnell, so einfach.

Die Kamera im Einsatz

Instax-Wide Erinnerungen

Ich könnte davon berichten wie die Bildqualität ist, wie fein das Objektiv auflöst oder eben nicht. Man könnte etwas über hochwertige Verarbeitung schreiben. Aber Hand aufs Herz, wer eine Instax kauft, dem ist das egal. Die Instax ist eine Kamera für den Moment. Ein Gerät das Emotionen weckt und Erinnerungen erschafft. Sätze wie „Ist das eine Sofortbildkamera? Die gibt’s noch?“ höre ich immer wieder und es zaubert den Leuten ein Lächeln auf die Gesichter. Und obwohl man sie nicht schütteln muss, man tut es. Ganz wie in einem Lied der Band Outcast gesungen wird. „Shake it, like a Polaroid picture“
Und so wächst mit der Zeit der Schatz an den kleinen Bildchen. Sammelstücke möchte man sagen. Manche Bilder sind zu dunkel, andere zu hell, mit ein wenig Übung gelingen sie bald perfekt. Sie erscheinen in Farben die antik wirken. Vintage mag der moderne Begriff dafür sein. Unikate für das heimische Regal, die Party oder um sie irgendwo einzukleben.Man nimmt die Kamera und das was heraus kommt irgendwie selbstverständlich so wie es ist. Am Bild selbst kann man eh nichts mehr ändern. Ein Stück Unveränderliches und das ist gut so.

Fazit

Die Kamera macht Spaß, sie ist und will kein High-End Bolide sein. Sie ist ein Stück Lifestyle. Etwas das man sich kauft, weil man es möchte. Nicht weil man es muss oder braucht. Ich glaube das hat sich im Vergleich zu früher nicht geändert. Ich genieße es, meinen Schuhkarton zu zücken, schnell eine Erinnerung zu knipsen und erfreue mich an den strahlenden Gesichtern. Es ist eben unbezahlbar, wenn man den Eltern ein Bild der jungen Familie in die Hand drückt, das gerade eben aus der Kamera gekommen ist. Wie sich das Grinsen verbreitert, wenn nach und nach das Bild entwickelt und man von anfänglichen Konturen zur fertigen Aufnahme kommt.

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