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Mit anderen Augen sehen

Die Flut an Möglichkeiten einen Eindruck für die Nachwelt festzuhalten ist dank Smartphones fast jedem möglich. Kein Wunder werden immer mehr Bilder aufgenommen und man kann guten Gewissens behaupten, noch nie so viele wie in heutigen Tagen.

Man mag sich über die Qualität streiten oder über die Pros und Contra von Smartphones im Vergleich zu einer Kamera. Ich selbst betrachte ein Smartphone aber gerne auch als Möglichkeit. Nämlich die Welt mit anderen Augen zu sehen. Wie das gemeint ist? Weiterlesen, dann sehr Ihr, was ich meine.

Als ich heute die Bilder vom Mittelaltermarkt in Meersburg noch einmal durchgesehen habe, ist mir diese Aufnahme ins Auge gesprungen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Different Eyes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein einfaches Smartphone in der Hand einer Person, die ich nicht einmal kenne. Es übr auf mich eine gewisse Anziehung aus. Der Blick führt mich aus dem Bokeh und dem, was darin verborgen ist auf das Display eines Smartphones und die Welt wird plötzlich klar.
Wer meine Arbeiten verfolgt, wird immer wieder solche oder ähnliche Bilder finden. Auch auf dem Markt in Renningen, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.

Man steht in mitten einer Menschenmenge um einem Musiker zu sehen und zu hören oder betrachtet eine Feuershow. Das Augenmerk sollte eigentlich direkt auf den Publikumsmagnet gerichtet sein um ein gutes Bild von besagtem Magneten zu bekommen.
Da es für mich in der Fotografie um die eigene Kreativität geht, möchte ich aber nicht immer nur das, was spannend, bunt oder laut ist für den Augenblick festhalten. Schon oft ist mir so ein gutes Bild gelungen. Es spielen sich schöne, lustige oder spannende Szene ab, wenn man sich nicht immer nur auf das Zentrum konzentriert.

Genau aus diesem Grund, mag ich es meine Blick in Menschenmenge abschweifen zu lassen um Fotografien zu bekommen, wie das obige Bild. Das Bild ist ein stummes Zeugnis davon, was jemandem wichtig war. Es regt mich selbst zum nachdenken an. Was wird mit der Aufnahme passieren? Wird sie Freunden, Bekannten oder Kollegen vorgeführt? Verbleibt sie im Datenfundus oder wird sie irgendwann gelöscht? Ja, was war der Person wichtig? Wie hat sie den Auftritt der Musiker in Meersburg erlebt.

Darauf werde ich vermutlich nie eine Antwort erhalten, es sei denn genau diese Person würde das hier lesen und ihre Hand erkennen. Darum geht es mir aber überhaupt nicht. Ich habe Freude an dem Spiel des veränderten Blickpunkts. Die Welt aus den Augen eines Anderen. Wer weiß, welche Aufnahmen dieser Art in Zukunft noch entstehen. Für mich sind sie auf jeden Fall ein Weg um aus dem Gewohnten auszubrechen. Um die Ecke zu denken und Neues festzuhalten. Denn nicht immer ist dass, was auf der Bühne passiert einzig und allein ein Motiv wert. „How to tame your camera“ ist nicht nur das beherrschen von Technik. Habt also immer ein waches Auge, wenn ihr mit Eurer Kamera los zieht.

Was seht ihr wohl, wenn ihr den Blick schweifen lasst? Beantwortet Euch (und vielleicht auch mir?) die Frage und habt vor allem Eines. Spaß am Fotografieren.

Merkosh
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