Adobe: Cloud or nothing

Tja, da ist es nun. Das neue Lightroom CC. Während mein Rechner vor sich hin werkelt und mein bisheriges Lightroom CC auf die neueste Version aktualisiert, nehme ich mir die Zeit ein wenig über diesen „neuen“ komplett Cloud basierten Fotodienst nachzudenken.

Das bisherige Lightroom CC heißt nun Lightroom Classic CC. Es handelt sich dabei um die bisherige Desktop-Variante.
Erweitert wird das Paket um das neue Lightroom CC. Dieses kommt mit 20 GB Cloudspeicher daher und ich kann meine Bilder online sichern. Prima, ich kann immer und von überall aus an meinen Fotos basteln, ohne mein lokales NAS oder sonstigen Festplattenspeicher mit mir herumschleppen zu müssen. Dazu benötige ich natürlich permanent Netzzugang. Klar soweit, aber wer hat das nicht. Geotagging funktioniert scheinbar ohne mein Zutun und Teilen kann ich auch gleich aus der Cloud. Klingt doch alles ganz flauschig.

Soweit so schön, es gibt aber natürlich auch eine Kehrseite. Wie immer bei den Dingen, welche besonders hübsch funkeln und glänzen. Über den Datenschutz will ich dabei nicht einmal diskutieren, das können Andere besser als ich. Wenn man Bilder im Netz veröffentlicht, ist ein Teil der eigenen Werke sowieso der breiten Allgemeinheit zugänglich. Natürlich sind deswegen nicht alle Fotos und auch nicht die Rohdaten irgendwo gespeichert..was man aber in der Cloud sichert muss jeder selbst entscheiden und öffentlich ist der Speicher ja auch nur dann, wenn ich etwas teile, sonst sollen die Daten ja geschützt werden. Da muss man schon ein wenig Vertrauen haben.

Die nicht so funkelnde Kehrseite

Kritisch sehe ich eher, das man bei Adobe die Stand-Alone-Variante komplett sterben lässt. Vom neuen Lightroom gibt es nur noch eine Cloud-Version. Man benötigt also ein Abo. Das braucht Ihr, mehr nicht! Sagt zumindest Adobe. Pech gehabt lieber User der ohne Abo arbeiten möchte, das kannst du mit der alten Version.
Sind wir ehrlich, wer denkt das Adobe das tut, was wir als Kunden gerne hätten liegt einfach falsch. Adobe ist ein Unternehmen und das will vor allem Eines. Geld verdienen um Programmierer zu bezahlen. Programmierer, welche wiederum an der Software basteln und sie nach den Vorstellungen von Adobe verbessern. Wir selbst sind die kleinen Rädchen, welche gerne diesen oder jenen Funktion hätten. Vielleicht wird uns dieser Wunsch erfüllt, vielleicht auch nicht.
Der Wunsch nach einer Stand-Alone-Variante ohne Cloud wurde nun definitiv nicht mehr erfüllt.

Cloud or nothing…

Aber ist das wirklich so? Ist nicht gerade mit dieser Entscheidung die Zeit der Alternativen angebrochen? Die Alternative von Programmen, welche ohne Abo auskommen? Kann ein Tool wie Affinity Photo wirklich am Adobe Thron kratzen? Fragen über Fragen.

Die Zeit wird es zeigen. Meiner Meinung nach sind wir inzwischen viel zu vernetzt um auf die Vorzüge solcher Cloud-basierten Lösungen zu verzichten. Wir teilen einfach viel zu gerne und der Mensch ist einfach bequem. Da nehme ich mich nicht aus, schließlich mag ich Lightroom und komme mit dem Programm zu recht. Erst einmal merke ich nicht, das sich für mich etwas ändert, denn ich für mich selbst bleibe beim klassischen Lightroom CC. Ganz so vernetzt bin ich dann vielleicht doch noch nicht, als das ich einen Sinn darin sehe auf das „Neue“ zu wechseln. Warte wir ab, wann die erste frische Funktion nur im neuen CC auftaucht.
Ob Adobe dann beim nächsten großen Update die Desktop Variante killt? Sollte ich mir vielleicht doch eine Alternative ansehen? Wenn das Bekannte nur nicht so bequem wäre…

2 Replies to “Adobe: Cloud or nothing

  1. Ich habe Photoshop mit Affinity Photo ersetzt und bin sehr zufrieden. Jetzt suche ich eine Alternative für Lightroom, denn ich werde auf keinen Fall monatlich für eine Software zahlen. So wie ich die Sache sehe, bietet mir das Abo-Modell keinerlei Vorteile.

    1. Affinity hatte ich als Beta-Tester in den Fingern und fand die Software echt gut. Es wirkte auf mich auch einfacher zu verstehen, was vielleicht auch an den gefärbten Icons liegt. Ich selbst nutze hauptsächlich LR (jetzt heißt es ja Classic), weshalb ich noch beim Adobe CC Abo geblieben bin.
      Ich bin mir nicht mehr ganz sicher ob es ein Tweet oder ein Facebook-Posting gewesen ist, aber es scheint das Affinity bereits an einem Lightroom ähnlichen Programm arbeitet. Sollte das der Fall sein, wird ein Wechsel auch bei mir wahrscheinlich. Meine gern genutzte NIK-Collection lässt sich wohl auch bei Affinity als Plugin Nutzen.

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