Bildergalerie: Mittelalter Weihnachtsmarkt Esslingen 2016

„Auf Tour mit einem Wikinger“

Die passende Umschreibung für meinen Besuch auf dem Esslinger Mittelalter Weihnachtsmarkt am 07.12.2016. Ausnahmsweise alleine unterwegs konnte ich nicht nur Bilder sammeln sondern hatte auch die Gelegenheit Ragnar bei zwei seiner Touren fotografisch zu begleiten.

Der Tross zieht los

Die erste Tour war mit einer Schülergruppe am Nachmittag. Nachdem die Gruppe versammelt war ging es los. Im Gänsemarsch schritt man über den Markt zum Fellstand, wo erklärt wurde, weshalb man aus einem Dachsfell die besten Rasierpinsel machen kann oder Pinsel für Rouge aus Ziegenhaar gefertigt werden. Artig wurde die Hand gestreckt, wenn es Fragen gab, die geduldig beantwortet wurden.

Weiter ging es zur zweiten Station. Am Lederstand wurde aber nicht nur darüber gesprochen, was man alles aus Leder herstellen kann sondern auch, das es im Mittelalter ganz schön Mistig gewesen sein konnte. Ragnar hat dafür ein Wort benutzt, welches mit S beginnt. Das sorgte nicht nur bei den Kindern für einige Schmunzeleien.
Als kleinen Bonus gab es noch die Erklärung was es mit dem Beutelschneider auf sich hat. Im Anschluss zog man zur Hökerei Salifex.Dazu aber später mehr.

Esslinger Gassen

Es folgte ein Abstecher durch die Gassen der Stadt. Einige Blicke nach oben und kundige Worte erleuchtete die Geister weshalb eine gewisse Architektur beim Bau der Häuser verwendet wurde.

Kurz ging es auch noch einmal um das S-Wort, als es zu der Stelle kam wo man Ausblick auf das Plumpsklo hatte.

Man merkt an den Geschichten, wie alt die Stadt Esslingen tatsächlich ist und Ragnar kennt einige davon. Für mich war es nicht nur spannend zuzuhören, sondern auch hin und wieder in die Führung mit eingebaut zu werden. Kein Wunder, wenn man in der Gewandung eines mittelalterlichen Pilgers direkt an einer Station des Jakobswegs steht. Ich durfte aushelfen als es ums „Blau machen“ und durfte als Opfer herhalten in der Geschichte über den Floh, der die Pest mit sich brachte. Dabei waren wir am Badehaus bei der Zuberwölfin angekommen. Und für den geneigten Leser, der nicht so oft auf Mittelaltermärkten unterwegs ist sei gesagt, es sind richtige Zuber mit echtem warmen Wasser in dem tatsächlich Leute baden. Trotz der Kälte. Oder gerade deswegen? Für die Klasse gab es nach dem Badehaus noch einen Kakao an der Taverne wo ich mich erst einmal verabschiedet habe um selbst eine kurze Rast am Badehaus einzulegen. Allerdings nur auf den Stufen sitzend mit einem warmen Getränk in der Hand.

Ein Heißgetränk und einige Bilder später…

Zu späterer Stunde ging es dann noch einmal mit einer Truppe Erwachsener über den Markt. Ebenso wie bei den Schülern am Nachmittag ging es zu Fellen, Lederwaren und zum Badehaus. Auch über gewebte Stoffe und Spindeln gab es etwas zu lernen.

Mein persönlicher Höhepunkt an beiden Führungen aber war bei Salifex. Weshalb das so ist, will ich gerne erklären. Manchem wird der Name Richard Wagner ein Begriff sein, dem wir die Oper „Die Walküre“ zu verdanken haben. Leider aber auch der hartnäckigen Legende, das Wikinger an ihren Helmen Hörner getragen haben. Weshalb man damals auf so etwas unpraktisches überhaupt hätte kommen sollen war die Frage von Ragnar an die Gruppe. Die Erklärung kam prompt und spätestens nachdem sich unter Wikinger die Hörner an den Kopf hielt war klar: „Es schaut halt lustig aus.“

Wikinger hatten keine Hörner, klar soweit?

Wer möchte hat noch ein paar Tage Gelegenheit den Mittelalter Weihnachtsmarkt in Esslingen zu besuchen. Wer das nicht schafft, ist ebenso wie alle Anderen eingeladen sich die Bilder in meiner deviantArt Galerie anzusehen.

Dabei wünsche ich Euch viel Spaß und sage bis bald, hier auf Pilgerrazzi.de.

 

Merkosh
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