Es ist tot Jim…

Vor zwei Tagen fand ich in den Untiefen der Sozialen Netzwerke eine Frage zu den Zukunftsaussichten vom µFT. Hintergrund war, das man auf der photokina gehört hat, das „mft so gut wie tot sei“.

Doch ist da etwas dran? Meine Meinung dazu…

Vorneweg, diese Aussage höre ich nicht das erste Mal, seitdem ich selbst zu µFT und speziell zu einer Olympus Kamera gewechselt habe. Sicherlich versucht man bei einer Nachbetrachtung der photokina die klassischen Kategorien von Gewinnern und Verlieren einzuteilen. Da wird aus Canon schnell der große Verlierer, Nikon hat den Meinungen nach zumindest aufgepasst während Sony eine Kamera liefert, die zwiespältig aufgefasst wird.
Sehr seltsam fand ich zudem die Meinung eines Profi-Fotografen, der Olympus auf die Verlierer Seite stellte, weil man an einem 16MP µFT Sensor in der E-M1II festhalten würde, der völlig „out of date“ sei.
Ich hoffe ja, wenn ich einmal in einem Bericht falsche Werte nenne (es ist tatsächlich ein 20MP Sensor) man mir dieses bitte mitteilt, so das ich mich berichtigen kann.

Aber ist µFT denn nun tot? Oder doch nicht? Eine Glaskugel die mir die richtige Antwort nennt habe ich nicht. Ebenso war ich nicht selbst auf der photokina und werde mich hüten Gewinner oder Verlierer beim Namen zu nennen. Aber, ich bin in der Lage Artikel zu lesen und bin der Überzeugung mir daraus eine Meinung bilden zu können.

Fakten – was mir zu µFT auffällt

Im µFT System sind die Platzhirsche Olympus und Panasonic vertreten. Beide Hersteller liefern gute Kameras und bieten eine breite Palette an Objektiven an. Erst mit der Messe hat Olympus drei neue Gläser angekündigt und auf der US-Amazon Seite zählt eines dieser angekündigten Objektive bereits jetzt zu den Top-Artikeln. Gemessen an Vorbestellungen natürlich.
Yi drängt mit ihrer M1 neu in den Markt. Somit Hersteller Nummer 3, der im gleichen Bajonett-Park zu hause sein wird.

Das klingt für mich bisher nicht danach, das ein System am Ende sein wird. Als ich nebenbei vor Jahren das erste Mal von leichten Kameras und µFT gehört habe, wurde dabei über das kleine Angebot an guten Objektiven gesprochen. Quasi eine Einschränkung, welche man akzeptieren müsse, wenn man sich mit diesem System einlässt.
Betrachte ich heute das Angebot dann sehe ich mit der PRO Serie von Olympus und den Panasonic/Leica Objektiven durchaus sehr hochwertige Gläser. Es mag vielleicht in der Anfangszeit eine Einschränkung gewesen sein, wenn ich mir heute die reine Zahl an Objektiven ansehe, dann schätze ich das nicht mehr so ein.

Zumal man auch Fremdhersteller nicht gänzlich unterschlagen sollte. Sigma und Tamron finden sicherlich ihre Käufer und bedienen den µFT Markt, ebenso wie Walimex/Samyang.
Auch dass die neuen Trioplan und Primoplan von Meyer Optik für die µFT Kameras kommen kann man als gutes Zeichen werten.

Emotionen – was mir an µFT gefällt

Aber um zu der Aussage zurück zu kommen ob das µFT tot ist. Ich selbst sehe mich als Freund dieses Systems, weil ich den Retrocharakter der E-M5II und der Pen F einfach mag. Das Gewicht des Systems ist ein weiterer Pluspunkt. Und wer kann es schon leiden, wenn dass, was man mag mit so negativen Aussagen belegt wird? Vermutlich niemand.

Das System an sich sehe ich als genauso lebendig oder tot an, wie man ein System eben ansehen kann. Ich decke mich bei meinem derzeitigen System mit Objektiven ein und kann nie sagen ob ich in fünf Jahren immer noch mit diesem System fotografieren werde.

Prognose?

Zudem: Die Entscheidung ob ein Hersteller eine Kamera für das µFT produziert oder nicht sind einfach von zu vielen Faktoren abhängig. Einflüsse, die ich klar von Mittelformat-Kameras sehe aber auch der Weiterentwicklung von den Verkäufen von Kameras im allgemeinen. Man darf nicht außer acht lassen, wie stark der Gebrauch von Smartphones Einfluss nimmt auf andere Geschäftsfelder. Kamera? Hab ich im Smartphone. Navi? Habe ich im Smartphone. MP3 Player? Smartphone. Über die qualitativen Unterschiede zwischen Einzelgeräten und Smartphone interessiert die breite Masse wohl eher nicht.

Mein Fazit

Fakt ist: Man sollte eine Kamera nicht nutzen, weil sie einer bestimmten Marke, einen bestimmten Sensor oder ein bestimmtes Objektiv hat. Man kann nämlich auch mit einer 5000€ Kamera absolut bescheidene Bilder fotografieren, wenn man das Handwerk der Fotografie als solches nicht beherrscht. Für jeden sollte daher wichtig sein, das man mit dem Gerät fotografiert, das man bedienen kann und mit dem man zurecht kommt. Bei mir ist das aktuell eine E-M5II. Ich finde die Technik spannend und daher will ich davon erzählen und arbeite begeistert mit ihr.

Man sollte sich aber nicht zu sehr auf die Technik allein versteifen, sondern sich auch um die eigenen Ideen und Kreativität kümmern. Denn wie ging die Anekdote von Helmut Newton und einem Koch so schön? Als der Koch sagte, das ihm die Fotos von Helmut Newton gefallen würden, er hätte sicherlich eine gute Kamera. Nach dem Essen erhielt der Koch die Antwort, dass das Essen vorzüglich gewesen wäre. Er müsse wohl gute Töpfe haben.

In diesem Sinne….Viel Spaß beim Fotografieren.

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